bi 1812 gasthaus linde 1032Foto: Landkreis Kassel, Pressestelle

10.12.2018 Bad Karlshafen / Landkreis Kassel. Das ehemalige Gasthaus „Zur Linde“ begrüßt als ortsbildprägender Schandfleck seit vielen Jahren die Bewohner und Besucher von Bad Karlshafen. Doch damit ist jetzt Schluss: Nachdem ein vom Landkreis in Auftrag gegebenes Standsicherheitsgutachten eine akute Einsturzgefahr und damit eine potentielle Gefährdung des Verkehrs auf der B83 bestätigt hat, reißt ein vom Kreis beauftragtes Fachunternehmen das Gebäude nun ab.

„Nach wirtschaftlicher Überprüfung verschiedener Sicherungs- und Abbruchsvarianten hat sich der weitgehende Abriss der Bauruine als wirtschaftlich sinnvollste Entscheidung für den Landkreis Kassel ergeben“, betont Vizelandrat Andreas Siebert beim Ortstermin mit Bürgermeister Markus Dittrich. „In anderen Varianten wären die letztlich ohnehin unabwendbaren Abbrucharbeiten nur kostenerhöhend auf die Zukunft verschoben worden, was wirtschaftlich nicht weiter vertretbar wäre.“

Die Gesamtkosten beziffert Siebert auf etwa 90.000 Euro. Neben dem Abbruch und der Entsorgung des Bauschutts, beinhaltet diese Summe auch die Kosten für die Bauleitung durch erfahrene Ingenieure. „Dies ist notwendig“, so der Vizelandrat, „weil wir einen wachsamen Blick auf den labilen Steilhang haben müssen.“ Um diesen weiterhin zu stützen, soll ein Teil der rückwärtigen Mauer und der seitlichen Wände erhalten bleiben. Auch die Bodenplatte bleibt an Ort und Stelle, um die Kosten zu dämpfen. Für den Zeitraum der Abrissarbeiten muss der betroffene Bereich der B83 halbseitig gesperrt und der Verkehr durch eine Ampelanlage geregelt werden. Auch diese Kosten sind bereits in der Gesamtsumme enthalten.

Bürgermeister Marcus Dittrich bezeichnet den Abriss als „wichtigen Tag für die Stadt“ und erinnert an das jahrelange vergebliche Tauziehen um den ehemaligen Gasthof, der schon Anfang der 90er Jahre aufgegeben wurde. Seitdem wurde das Gebäude nicht mehr unterhalten und war dem Verfall Preis gegeben. Versuche mit dem Eigentümer Kontakt aufzunehmen scheiterten. „Ohne den Einsatz des Kreises wäre eine Lösung weiterhin nicht möglich gewesen“, so Dittrich, der ankündigte: Nach dem Abriss werde die Stadt Bad Karlshafen den Bereich am Ortseingang neu gestalten. Die jeweiligen Aufgaben seien im Vorfeld zwischen Stadt und Kreis beraten und festgelegt worden.

„Sogenannte Ersatzvornahmen, bei denen der Kreis behördliche Anordnungen gegenüber dem Eigentümer auf eigene Kosten umsetzt, können immer nur das letzte Mittel sein“, betont der Vizelandrat. „In diesem Fall haben uns Sicherheitserwägungen dazu gezwungen tätig zu werden. Der Kreis wird die entstehenden Kosten vom Eigentümer zurückfordern“, so Siebert abschließend.

Hintergrund:
Eine Ersatzvornahme ist allgemein die Vornahme einer geschuldeten Handlung anstelle des Handlungspflichtigen auf dessen Kosten. Sie ist ein Mittel zur Vollstreckung gerichtlicher oder behördlicher Anordnungen.

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