Geschichte von Helmarshausen

Der Stadtteil Helmarshausen weist eine über 1000-jährige Geschichte auf. 944 gab es die erste Erwähnung des Königshofes "Helmerateshusa", denn König Otto I. schenkt diesen der edlen Frau Helmburg. 997 war Helmarshausen im Besitz des Grafen Eckhard v. Reinhausen, der zusammen mit seiner Frau Mathilda das Benediktinerkloster Helmarshausen stiftete, und es mit großem Besitz ausstattete. Das Kloster wurde als Reichsabtei ausgestattet, d.h. Verleihung des Markt- Münz- und Stadtrechtes. 1017 hebt Kaiser Heinrich II. die Reichsfreihet auf und unterstellt das Kloster dem Bistum Paderborn.
Die Übergabe erwies sich als recht günstig, denn in den folgenden Jahren erlebte das Kloster seine höchste Blütezeit. 1080 gelang es dem Abt Thietmar die wirtschaftliche Stellung des Klosters so zu festigen, dass große Bauvorhaben durchgeführt werden konnten.
Im Kloster selbst entwickelten sich bedeutende Kunstwerkstätten, in denen um 1100 der geniale Künstler Mönch Roger vornehmlich als Goldschmied tätig war. Es entstanden Reliquiare, Schreine und Leuchter für Kirchen und Dome. Kunstgegenstände aus dieser Zeit können heute in den Bistümern Paderborn und Fritzlar besichtigt werden.
In den Folgejahren stellten die Benediktiner unter Mönch Herimann im Sciptorium des Klosters eine Vielzahl von herausragenden Evangeliaren her. Das bedeutenste Werk dieser Buchmalkunst war das Evangeliar Heinrich des Löwen, das 1983 in einer Aufsehen erregenden Versteigerung bei Sotheby´s in London für 32,5 Millionen DM von der Bundesrepublik Deutschland für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erworben wurde. Das Original befindet sich in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
Eine Faksimile Ausgabe befindet sich heute im Museum Altes Rathaus in Helmarshausen und ist dort zu besichtigen.

Im Seitenkopf dieser Webseite sehen Sie das Idealmodell der Stadt Bad Karlshafen. Es ist im Rathaus am Hafenplatz zu besichtigen.